Viele Baustellen für den neuen HSV-Sport-Direktor
Wie auch immer der neue Sportvorstand im HSV heissen wird – seit dem Wochenende ist ja womöglich der Kreis der Bewerber grösser geworden: Hier sind schon mal die Kaderbaustellen. Nicht weniger als 10 (zehn!) Spieler müssen auf die nächste Saison ersetzt werden!
In der Innverteidigung braucht es nächste Saison sicher zwei zusätzliche neue Spieler. 5 stehen momentan mit Vuskovic, Torunarigha, Capaldo, Elfadli und Omari im Aufgebot. Vuskovic kann auch mit den Kühne-Milliarden nicht gehalten werden. Um ihn zu ersetzen, muss der Verein sicher zwei neue zentrale Innenverteidiger auf dem Markt suchen und finden – mit Marco, seinem Bruder, wäre einer potentiell da. Elfadli wie auch Torunarigha sind nicht stabil genug. Capaldo ist ein genialer Kauf gewesen. Als gelernter Mittefeldspieler kann man den überall einsetzen – okay, vielleicht nicht gerade im Tor, aber ansonsten ist er das Schweizer Taschenmesser des HSV: Innenverteidigung – top, Schienenspieler – top, defensives Mittelfeld – top und seit kurzem ist er auch noch torgefährlich und daher auch eine sehr gute Alternative im offensiven Bereich.
In der 3-4-3 Aufstellung sind die Schienenspieler von noch grösserer Bedeutung. Sie müssen defensiv wie auch offensiv die Seiten abdecken, respektive beackern. Muheim, wie auch Jatta, haben sich da gut durchgesetzt. Leider haben die Hanseaten aber auf dieser Position zu wenig Alternativen. Mikelbrencis hat sich super gut entwickelt. Er ist noch sehr jung, aber sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Kein Wunder, dass die ersten Championsleague-Mannschaften scheu ihre Fühler nach ihm ausstrecken. Daher muss der HSV sicherlich einen zusätzlichen rechten und einen guten linken Schienenspieler nach Hamburg lotsen.
Für das Mittelfeld braucht man Ersatz, um einen Backup für die gut spielenden Remberg und Lokonga zu haben – zwei sensationelle Transfers, an denen nicht nur die Fans Freude haben, sondern auch der Verein, sobald die in drei Saisons teuer an den FC Bayern verkauft werden. Die Kaufoption für Vieira über 20 Millionen übersteigt das Budget bei weitem. Klar versucht man, mit Arsenal zu verhandeln, und auch der Spieler will am liebsten in Hamburg bleiben (das versteht sich ja von selbst ;-), die Wahrscheinlichkeit, dass Vieira bleibt, ist jedoch aus finanzieller Sicht eher gering. Daher braucht es im Mittelfeld neben einem kreativen 8er, sicher auch noch einen erfahrenen und starken Backup für die beiden 6er. Mit nur 4 Spielern wäre das zentrale Mittelfeld zwar immer noch sehr dünn aufgestellt, da aber die Allzweckwaffe Capaldo ja sicherlich noch ein Weilchen in Hamburg bleibt, kann der sicherlich auch mal ab und zu in die Bresche springen, falls Not an Mann wäre.
Das grösste Problem haben wir im Sturm. Weder die Flügel noch die Mittelstürmer überzeugen. Otele ist von Basel nur ausgeliehen und die vereinbarte Ablöse über 5 Millionen ist hoch gegriffen. Mit Dompé wird der HSV in der Bundesliga nicht glücklich – zu durchschaubar und emotional-volatil ist der Spieler, nebst dem, dass er wegen seinem schon „fortgeschrittenem“ Alter, sich immer wieder mit der gleichen Verletzung plagt – ergo, als Ersatzspieler gut, als guter Verkauf besser. Mit Baldé und Rossing-Lelesiit hat der HSV zwei vielversprechende Flügelstürmer. Die Frage ist nur, wie sie sich entwickeln werden. Ryan Philppe hat eher enttäuscht und sich noch nicht in der Bundesliga durchsetzen können. Drücken wir dem Franzosen die Daumen, denn er kämpft wenigstens.
Im Sturmzentrum hat der HSV mit Downs (grosse Enttäuschung), Königsdörffer (super-grosse Enttäuschung), Poulsen (zu viel verletzt), Glatzel (Defensivschwäche für das 3-4-3 System) und Stange (zu unerfahren) keinen Spieler, der die Innenverteidigung der gegnerischen Mannschaft beschäftigen kann. Da muss der HSV jetzt einfach zuschlagen. Lasst den Königsdörffer ziehen (hat eh keinen Vertrag mehr), Glatzel darf mitgehen und Downs ist zum Glück nur teuer ausgeliehen. Hier braucht der HSV unbedingt erfahrene und vor allem schlagkräftige neue Spieler, die sich gut in das System integrieren können.
Hoffen wir, dass die Scouts den einen oder anderen schon identifiziert haben und hoffen wir weiter, dass der HSV auch nächste Saison noch weiter in der Bundesliga spielen wird. Und die von Glatzel und Königsdörffer hervorgerufenen Unruhen im Team müssen aufhören.
Kategorien: Fussball
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