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Rasen ist nicht gleich Rasen

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Fussball auf Kunstrasen? Was einst zu einer Glaubensfrage hoch gewichtet wurde, hat sich durch die praktischen Bedürfnisse vieler Amateurvereine erledigt. Aber ökologische Fragen werden dringender – die immer häufigere Lösung sind Hybrid-Rasenplätze. Viel Knowhow für die Ansprüche im Spitzenfussball ist auf jeden Fall gefragt, denn die Unterlage soll sich für die Spieler möglichst wie ein Naturrasen anfühlen.

Kunstrasen ist – eben – künstlich

Während im Amateurfussball schon länger sehr viele Kunstrasenplätze gebaut werden, ist das im Profifussball – ausser im hohen Norden – nach wie vor selten. Die ökologische Belastung ist ein Problem, das mit jeder neuen Generation von Kunstrasenteppichen verringert werden soll. Wie erfolgreich das ist, weiss ich nicht zu sagen. Klar ist, dass eigentlich jeder Fussballer lieber auf Naturrasen spielt, weil Kunstrasenplätze zum Beispiel viel „stumpfer“ sind und damit alle Bewegungsabläufe wie auch das Gleiten des Balles anders empfunden werden.

Hybridrasen – auf der Suche nach dem Ideal

Vereinfacht gesagt ist ein Hybridrasen ein Naturrasenspielfeld, das durch Kunststofffasern verstärkt wird. Die Variante, die in Bundesligastadien und den wichtigsten Trainingsplätzen verlegt wird, besteht aus Kunststofffasern, die mit Spezialmaschinen in den Naturrasen implantiert werden und und mit einer Tiefe bis zu 18cm in den Unterbau reichen, wo sie vom Wurzelwerk eingenommen werden und ein stabiles System bilden. Mehr als die Hälfte der Vereine der deutschen Bundesliga haben in ihren Stadien mittlerweile so genannten Hybridrasen verlegt. Die Flächen werden auch immer extensiver genutzt – teilweise müssen sich Fussball und American Football den gleichen Untergrund teilen, oder die Plätze werden durch andere Events wie Konzerte strapaziert.

Hybridrasen soll 1-2 Stunden länger pro Tag bespielt werden können, der Rasen ist widerstandsfähiger und hat eine höhere Scherfestigkeit, er regeneriert schneller nach Belastung, hat weniger Unebenheiten und behält eine grünere Optik – und die Ökologie-Bilanz ist besser als bei reinem Kunstrasen. Die Unterhalts- und Pflegekosten sind allerdings mit einem reinen Naturrasenspielfeld vergleichbar, weil für die Wartung spezielle Maschinen notwendig sind, während die Anschaffung etwas billiger ausfällt.

Auch Hybridrasen muss grunderneuert oder ganz ersetzt werden

Rasenpflege ist so eine ziemliche Wissenschaft geworden, und auch ein Hybridrasen muss immer mal wieder ersetzt werden. So hat der BVB seinen 2016 installierten Hybridrasen im Sommer 2024 zeitweise durch einen Natur-Rollrasen ersetzen müssen. In der Sommerpause 2025 wurde ein noch widerstandsfähigerer Hybridrasen verlegt. Was für ein Aufwand dafür nötig ist, lässt sich hier schön nachlesen. Auch Bayern München spielt – schon seit 2014/15 – auf Hybridrasen. Ein Pilzbefall machte 2016 kurzzeitig die Rückkehr zu reinem Naturrasen notwendig. Seit 2023/24 ist wieder ein Hybrid-Rasen neuerer Bauart verlegt.

Nordische Länder mit besonderen Herausforderungen – und Massnahmen

Wie bedeutsam der unterschiedliche Untergrund sein kann, lässt sich am Beispiel des norwegischen Clubs Bodø Glimt zeigen. Die Norweger spielen im hohen Norden witterungsbedingt auf reinem Kunstrasen – die Meisterschaft geht wegen der langen Winter Ende November zu Ende. Für die Partie in Dortmund in der Champions League am 10. Dezember 2025 reiste die Mannschaft in ein mehrtägiges Trainingslager nach Marbella, um sich auf einem Hybridrasen für die Partie im Signal Iduna Park vorzubereiten und sich so auf die anderen Eigenschaften einzustellen. Der krasse Aussenseiter hat immerhin ein 2:2 erreicht.

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