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Internationale Eishockeykultur

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Eishockey ist ein sehr harter Sport mit hohem Verletzungsrisiko. Gerade auf den schmalen Eishockeyfeldern, auf denen in der NHL und nun in Mailand an der Olympiade gespielt wird, ist das Spiel noch physischer. Jede Mannschaft hat Spieler, die besonders viele Checks austeilen, doch die Bad Guys früherer Spielergenerationen gibt es kaum mehr. Und es gibt ein paar Merkmale, welche das Eishockey wohltuend gerade vom Fussball abheben.

Dem hohen Körpereinsatz zum Trotz wird sehr wenig reklamiert und lamentiert.

Schiedsrichterentscheidungen sind zu akzeptieren. Mit den Schiedsrichtern diskutieren sollen nur die Captains der Teams und deren Assistenten – Spieler, die das C oder ein A auf der Brust tragen. Dafür kann man beobachten, dass die Headschiedsrichter auch mal zur Spielerbank fahren und einem Coach einen Entscheid erklären. Versuche, den Rhythmus des Gegners mit Unterbrüchen zu hemmen, sind kaum möglich, weil zum Beispiel das Wechseln der Linien vor der Puckeingabe nicht beliebig verzögert werden kann, sondern klar geregelt ist. Selbst wenn es zu Kämpfen auf dem Eis kommt, gibt es dafür Regeln…

Bei Olympia sind sie alle dabei – die besten Spieler der Welt,

weil die NHL während den Spielen pausiert. Alles andere als ein Final Kanada gegen die USA wäre eine grosse Überraschung. Das Talent, das die Ahornblätter aufs Eis bringen, ist unglaublich – vom 18jährigen Cellebrini bis zur noch immer spielenden Legende Sidney Crosby. Und sie leben neben dem Eis eine gewisse Demut vor und zeigen, beide gegen die Schweiz Torschützen, in den Interviews immer Respekt für den Gegner.

Verletzungsgefahr ist nicht gleich Verletzungsabsicht – und der Respekt ist echt

Wenn dann ein Unfall geschieht wie im Spiel gegen die Schweiz, bei dem sich Kevin Fiala, selbst einer der herausragenden Skorer der Los Angeles Kings, sehr schwer am Unterschenkel verletzt, dann ist das Mitgefühl echt. Und die Kanadier haben es damit gezeigt, dass die ganze Mannschaft aufs Eis hinaus trat und mit den Stöcken aufs Eis klopfte, als Fiala vom Eis geschoben wurde.

Nicht die erste Tragödie für Fiala – neben wunderbaren Erfolgen dank herausragenden Fähigkeiten

Für die Familie Fiala war es ein sehr bitterer Abend. Die Fialas und die Teilnahme an Weltturnieren mit der Schweiz: Geschichten zwischen Trauer und Freude zuhauf: 2024 reist er nach der Geburt seiner Tochter an und wird zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Die Schweiz gewann Silber. Im Jahr darauf ist seine Frau vor der WM wieder schwanger, doch sie erleidet eine Fehlgeburt. Fiala fehlt die zwei ersten Spiele – doch seine Frau bestärkt ihn, zur Mannschaft zurück zu kehren und reist mit ihm und der einjährigen Tochter mit – und Fiala liefert sofort wieder ab. Der Lohn ist erneut die Silbermedaille. Nun aber muss ihn seine Frau im Spital betreuen…

Was vermag der Schweizer Teamspirit bei so vielen Ausfällen?

Wie gesagt, Eishockeyspieler zelebrieren Teamspirit oft in besonderer Weise, gerade auch die Schweizer, und den werden sie brauchen. Neben Fiala haben sie gegen Kanada auch Glauser, den Verteidigungspartner von Josi verloren, und mit Denis Malgin wird ihnen auch ein weiterer sehr schneller Schlittschuhläufer empfindlich fehlen. Bei aller Bereitschaft, Härte zu ertragen – eine Gehirnerschütterung und eine Schulterverletzung steckt man nicht weg. Man muss das Verdikt akzeptieren. Und als Teamkollegen zusammenstehen.

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