Ein Kampf, kein Spiel.
Gastbeitrag vom 14er. Grausam… HSV gegen den 1.FC Köln war ein Kampfspiel, das nicht mal diesen Titel verdient, weil es nichts von einem „Spiel“ hatte. Am Ende steht es zwar 1:1, aber die erste Ecke für den HSV konnten die Statistiker erst in der Nachspielzeit verbuchen – diese Wertung ging klar an den Effzeh (8:1), wie viele andere Spieldaten auch.
Die Kölner haben gezeigt, dass sie für den Ligaerhalt kämpfen, für ihren Trainer und für ihre Stadt,
während die Hamburger sich auf ein Minimum beschränkten – wir wollen kein Tor kassieren (was ihnen bekanntlich nicht gelungen ist).
Das Spiel war schlecht – einfach grottenschlecht. Einzig der Zuckerpass in der 39. Minute von William Mikelbrencis auf Fabio Vieira, welcher mit einem gefühlvollen No-Look-Heber den Torhüter der Kölner überraschte und auch bezwang, war ein kleiner Lichtschimmer am frühen Samstagabend für den HSV.
Das war nota bene zugleich der erste Torschuss für die Hamburger. Ansonsten spielten die Geissböcke mit den Hamburgern Katz und Maus. Nur selten sah man den Ball in der Kölner Hälfte – der Druck gegen den Ball war nicht gross, aber zu gross für den HSV. Kein Entlastungsangriff sass. Nicht einmal ein einfaches Aufbauspiel, mit welchem sie schon so oft in dieser Saison hochkarätige Gegner wie den VfB aus Stuttgart, die Bayern aus München oder den BVB beeindruckt haben, kam kaum zum Zug. Zu langsam, zu gemächlich, zu bequem – ganz nach dem Motto: ein Unentschieden reicht uns ja, und solange wir den Ball halten, kann ja nichts passieren.
Das Problem ist leider immer wieder unser Sturm –
Ball halten, spielen, sich bewegen, tief laufen, die Verteidigung beschäftigen, davon haben wir nichts gesehen. Es wird an der Zeit, dass Polzin den Königsdörffer und den unglücklichen Downs ersetzt. Mit Otto Stange wie auch Bobby Glatzel stehen zwei bereit, die nicht nur Farbe ins Spiel bringen, sondern auch den Hamburger Angriff unberechenbarer machen.
Der HSV ist noch nicht aus dem Abstiegskampf heraus,
aber nach sieben Jahren Leiden, wäre ein vorzeitiger Ligaerhalt vielleicht doch zu viel des Guten für die lang geprüften und entsprechend masochistischen Hamburger Fans. Eigentlich verdient dieses Spiel ja gar keine Rezension, dafür reicht das gängige Notensystem nicht aus. Nur zwei Spieler hätten ein „knapp genügend“ erhalten – das Resultat ist schmeichelhaft. Zumindest ist kein Hamburger Spieler vom Platz geflogen. Resultat-technisch mag es ja funktioniert haben, aber mit einem druckvollen Spiel im eigenen Stadion, vor den eigenen Fans hätte man sich mit einem Sieg in die obere Tabellenhäfte verabschieden können. Schade für diese vergebene Chance.
Mit Dortmund, Augsburg und Stuttgart warten jetzt drei sehr schwere Spiele auf den HSV.
Vielleicht macht es auch Sinn, das System auf ein 4-2-3-1 zu wechseln?
Kategorien: Fussball
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