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Der FCeeee zurück im Abstiegskampf

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Der 1. FC Köln ist einer der Aufsteiger in der aktuellen Bundesliga-Saison. Dass es darum gegen den Abstieg geht, vergessen sie nirgends so schnell, wie in Köln, wenn der Saisonstart gelingt.

Trainer Lukas Kwasniok ist ein bisschen das Opfer seiner guten Arbeit, die den Club sehr gut hat in die Saison kommen lassen. Nach meinem Empfinden gibt es kaum eine andere Fan-Base, die so enthusiastisch auf Teilerfolge reagiert und dabei die Bodenhaftung komplett verliert. Knallt man dann wieder auf denselben, ist die Landung nochmals härter.

Phase 1: Der Rausch – August bis Oktober 2025

Der FC startete bemerkenswert stark in die Saison: Auftaktsieg in Mainz, dann ein 4:1 gegen Freiburg zu Hause, ein 1:0 in Hoffenheim – der Aufsteiger punktete dort, wo man es ihm nicht zugetraut hatte. Said El Mala entpuppte sich als Shootingstar, Ragnar Ache traf, Trainer Kwasniok wirkte taktisch souverän. Bereits im Oktober attestierte das Bundesliga-Barometer dem FC den Status des „Senkrechtstarters“ der Liga – mit entsprechender Euphorie in der Fanbasis.

Und genau hier beginnt das bekannte Kölner Muster: Im gelungenen Saisonstart sieht die FC-Fangemeinde den Beweis, für den Tabellenkeller viel zu gut zu sein. Kwasniok selbst sagt später nüchtern: „Wir haben zu Beginn überperformt.“ Im Kölner Universum fremdeln sie mit der Einschätzung des Trainers…

Phase 2: Die Ernüchterung – November 2025 bis Januar 2026

Ab November begann das Bild zu kippen. Die Ergebnisse werden unbeständiger, die Leistungen schwanken. Das 4:1 gegen den Hamburger SV am 9. Spieltag befeuert noch einmal die Euphorie – doch danach mehren sich die Niederlagen. Aus den folgenden 15 Spielen holt Köln lediglich zwei Siege. Die Mannschaft rutscht in den Tabellenkeller.

Die Fanstimmung schlägt um. Aus dem überschwänglichen Optimismus wird erst Ungläubigkeit, dann Kritik. Am Trainer natürlich. Der gute Saisonstart macht es schwer, die Situation als das anzunehmen, was sie ist: Ein Abstiegskampf eines Aufsteigers. Und der Übungsleiter, der im Herbst das Beste war, das dem 1. FC Köln passieren konnte, ist teils für die gleichen Supporter nun das Problem.

Phase 3: Die Lage verschärft sich – Februar bis März 2026

Nach dem blutleeren Auftritt beim 0:2 in Augsburg Ende Februar und dem unglücklichen 1:2 gegen Dortmund Anfang März ist der Ausnahmezustand Tatsache. Intern wird das Auswärtsspiel beim HSV (14. März) und das Derby gegen Gladbach (21. März) zu „Endspielen“ ausgerufen. Laut BILD droht Kwasniok die Entlassung, sollte er nicht liefern – obwohl der Verein offiziell hinter ihm steht. Als möglicher Nachfolger wird bereits Assistent René Wagner gehandelt.

Die Fanbase befindet sich in dieser Phase im Panikmodus – dem anderen Extrem jener Euphorie vom August. Dabei hat Kwasniok die Situation stets klar beschrieben: „Unsere Meisterschaft ist der Klassenerhalt“, sagt er – ein Satz, der quälend viel Wahrheit enthält. Dabei hat der gleiche Trainer Köln träumen lassen – und ist nun am Aufwachen Schuld.

Ausblick

Größenwahn und Weltuntergangsstimmung liegen bei den Hardcorefans in Köln, scheinbar reifen erwachsenen Menschen, viel näher zusammen als anderswo; ja, die Extreme kleben geradezu aneinander, scheint es.

Blick auf die Tabelle:

Köln ist heute vor Spielbeginn gegen den HSV auf Platz 14.
Heidenheim am Tabellenende ist abgeschlagen,
Wolfsburg auf Platz 17 vier Punkte zurück.
Köln, mit gar nicht so schlechtem Torverhältnis, empfängt noch
Mönchengladbach, Heidenheim und Werder Bremen zuhause, spielt noch bei St. Pauli.

Noch alles drin. Wenn die Mannschaft die Nerven bewahrt und sich nicht anstecken lässt von den Rängen, spricht nichts dagegen, dass sie es schaffen. Auf den kollektiven Ausfall in Augsburg hat die Mannschaft gegen Dortmund eine echte Reaktion gezeigt. Der Trainer scheint die Mannschaft zu erreichen. Sie sollten sich in Köln ein wenig von seiner Ruhe anstecken lassen.

Aber dat jeht nit nur in Kölle nit.

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Nachtrag: Stadionsprecher sind an vielen Orten immer mehr Marktschreier. Auch so ein Zeitphänomen. Aber auch das ist in Köln noch viel extremer

Kommentare

  1. 14er

    Einen grossen Dank an den 6er für diese wunderschöne Analyse. Die Fan-Basis in Köln ist extrem. Da gibt es nur ein ganz volles oder ganz leeres Glas. Mittelmass darf nicht existieren, was aber im Fall des 1. FC Köln oder auch des HSV viel gesünder wäre.
    Das 4:1 gegen den HSV am 9. Spieltag war der Hallo-Wach-Aufruf für die Hanseaten. Ja, beide Mannschaften werden noch ein paar Spiele verlieren, aber vielleicht braucht es heute ein Unentschieden, damit beide Traditionsvereine oben bleiben? Ich mag es den Kölner gönnen, wenn sie heute auch mehr als einen Punkt aus Hamburg entführen würden – aber nur solange sie die nächsten Spiele gegen Mönchengladbach, Bremen und Pauli dafür gewinnen. Zumindest wird der Eff Zeh mit Ache’s Tor für die Saison 25/26 sicher in den Analen der Bundesliga verewigt bleiben.

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