Der verlorene Charme des Parketts
Wenn ich heute die Augen schliesse und dem Quietschen der Sohlen auf dem Parkett lausche, höre ich nicht mehr dasselbe Lied wie damals. Der Basketball der 80er und 90er Jahre war kein steriler Prozess; er war wie die Punk-Musik, ein staubiger, verschwitzter Kriegstanz, der Abseits des Mainstreams verlief.
Es war die Ära, in der ein Korb noch mühsam erarbeitet werden musste, erkämpft in der Zone, wo Ellbogen und Hände mehr zählten.
Heute ist das Spiel klinisch sauber,
es funkelt und glitzert auf jeder Seite. Alles ist schneller, effizienter, auf ein positives Resultat optimiert. Wir bewundern die Schützen, die aus Entfernungen abdrücken, die früher als Wahnsinn gegolten hätten. Doch in dieser Perfektion liegt eine seltsame Kälte. Wo ist der Schmerz geblieben? Damals spielte man, bis die Lungen brannten, getrieben von einer Rivalität, die tiefer ging als Marketing-Kampagnen und das Streben nach Instagram-Clicks.
Das Spiel ist heute ein mathematisches Extrem zwischen dem schnellen Layup und dem ewigen Dreier. Es fehlt das „Dazwischen“, die Reibung, das unsaubere, aber ehrliche Ringen im Halbfeld. Die Helden von heute sind Marketinggötter, aber die Ikonen von damals – die Jordans, Millers, Rodmans, Pippens und Barkleys – waren Menschen aus Fleisch und Blut, deren Fehler und Härte das Spiel erst lebendig machten.
Leider hat sich die Liga dem schnöden Mammon verschrieben. Die wunderschöne und vor allem ehrliche Ästhetik ist dem Regime der TV-Quoten zum Opfer gefallen. Basketball ist heute ein beeindruckendes Feuerwerk, aber der Geist der 90er war ein loderndes Lagerfeuer: unberechenbar, heiss und unvergesslich.
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