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Die Rivalität, aber auch die Verbindung zwischen Deutschland und Österreich hat sich im Sport und insbesondere im Fussball schon immer besonders deutlich gezeigt. Und nun fährt Österreich endlich wieder an die Fussball-WM – ausgerechnet mit einem deutschen Trainer. 11Freunde-Chefredakteur Philipp Köster liefert in der Februar-Ausgabe hierzu die Titelgeschichte.

Ein DACH-Thema wie gemalt

Als ich das Heft in Händen hielt, dachte ich: Bingo! Denn der Umstand, dass alle drei DACH-Nationen, also wir alle, an die WM fahren, ist besonders und passt herrlich zu diesem DACH-Magazin. Die WM wird entsprechend viele Geschichten liefern. Und es ist im Vergleich der drei Nationen immer ein Wettstreit zwischen dem Goliath Deutschland und David, auch ohne direkte Duelle mit der Schweiz oder eben Österreich.

Der martialische Untertitel irritiert

Dann habe ich ein erstes Mal gestutzt…: Untertitel auf dem Cover, wenn auch sehr klein gedruckt: „Warum wir unsere Nachbarn gleichzeitig lieben und hassen“. In einer Zeit, in welcher manche Fan-Botschaften eindeutig zu militant formuliert und gelebt werden, ist solche Wortwahl grundsätzlich problematisch. Zudem bin ich am Ende des Artikels nicht schlauer als am Anfang. Die Frage wird nämlich nicht beantwortet. Die Stereotypen werden bemüht. Hier die deutschen leistungsorientierten Kampfmaschinen für den Ergebnisfussball, dort die österreichischen Lebemänner mit der Leichtigkeit auf den Schlappen und dem Humor im Gemüt.

Der Fussball, wir alle, haben uns weiterentwickelt

Es ist etwa so, wie wenn man die Fussballkultur der zwei Länder an der Gegenüberstellung von Berti Vogts und Toni Polster festmachte, um dann die letzten dreissig Jahre der Entwicklung komplett zu unterschlagen. Eine Zeit, in welcher sich Spieler wie Xaver Schlager oder Konrad Laimer in deutschen Spitzenvereinen mit einer top seriösen Berufsauffassung und einem entsprechenden Kampfgeist und Spielverständnis längst allen Respekt verdient haben – und den auch problemlos bekommen. Wo da deutscher Hass oder entsprechende Missgunst sich regen soll, erschliesst sich mir nicht. Es ist doch gerade der Reiz, dass sich die alten Stereotypen sehr aufweichen. Und Ralf Rangnick mag vom einen oder andern Grantler mal als der Lieblingspiefke betitelt werden. Aber eben immerhin der Lieblings… Und mal ehrlich: Ralf Rangnicks Stringenz hat schon so manchen anderen Fussballer auch deutscher Zunge schon mehr als gefordert. Und nun fahren sie mit uns allen an die WM. Die Österreicher. Mit Berufsausweisen der Tauglichkeit und einem gewachsenen Spielsystem. Das wird auf jeden Fall reizvoll. Womöglich hat genau das der Herr Köster auch im Sinn gehabt. Nur kommt es nach dem reisserischen Untertitel nicht so richtig raus, und ich habe überall den Hass gesucht, den es gar nicht gibt.

Ich empfehle den Artikel trotzdem, denn er enthält auch viele geschichtliche Fakten und – natürlich – bleibt auch Cordoba nicht unerwähnt… Und 11Freunde ist das Magazin, das sich nicht scheut, Fussball als Kultur zu sehen und zu lieben.

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