Hauptsache Sport

gewinnen und verlieren

Real gegen Bayern - das Spiel der Spiele

von Kommentare 0

-

Heute Abend findet im Bernabeu das Viertelfinal-Hinspiel zwischen Real und Bayern München statt. Und die Feststellung ist nicht übertrieben, dass alle Fussballinteressierten Europas gespannt nach Madrid blicken: Es treffen wohl die zwei historisch gewertet grössten und bedeutendsten Clubs Europas auf einander – und dabei ist es ein Spiel der deutlichen Gegensätze.

Unabhängig vom Ergebnis heute interessant: Die Wucht von Real

Da die Spieler Reals, die immer und immer wieder das weisse Ballett aufzuführen haben: Im Club und für den Verein, der laut und deutlich jederzeit verlauten lässt, dass jede Entscheidung, die nicht im Sinne Reals ist, dessen Stellung als erfolgreichster und bedeutendster Fussballclub der Welt beleidigt. Schiedsrichter, die sich sperrig geben, die Fifa-Wahl zum Spieler des Jahres, die auf einen fremden Spieler fällt, die eigene Liga, die mit ihren Vorgaben nur mühsam ist und nicht genug Geld abwirft, so dass eine Superliga für die Allerbesten Europas her soll – Real denkt sich immer noch grösser, als es schon ist, macht dabei jedes Rennen um riesige Transferbeträge mit und braucht auch bei Rekordumsätzen immer mal wieder einen Dreh, um seine Bilanzen gerade stellen zu können. Dass die Diva Real die heimische Liga mit teils extrem launischen Auftritten verfälscht und Spiele fast schon herschenkt, weil es scheinbar nicht mehr interessant genug ist, die spanische Meisterschaft zu erringen, mag niemanden bei Real interessieren. Denn heute Abend, da machen sich auch die Münchner nichts vor, wird alles bei Real Madrid maximal fokussiert auf den Erfolg sein, und wenn die Spieler abrufen, was sie können, wird es für jeden Gegner maximal schwer – in einem Stadion, dessen weisse Wand rund ums Spielfeld mit dem neuen Dach noch mehr zusätzlichen Druck aufbaut.

Die geerdeten Bayern

Doch der Gast aus München ist vielleicht, ganz anders als es das chancenlose Manchester City war, der für Real verhängnisvolle Gegenentwurf. Bayern München dominiert die Meisterschaft nach Belieben und schafft es aktuell dennoch, das eigene Ensemble in sehr guter Verfassung mit besten Abstimmungen der einzelnen Mannschaftsteile homogen agieren zu lassen, weil Bayern jedes einzelne Spiel ernst nimmt, im Wissen darum, dass der innere Antrieb, mit maximalem Aufwand zu agieren, zentral ist. Bayern München ist der einzige Verein Europas, der in der Lage ist, die Gelder, die in ihn investiert werden, auch betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen, indem er regelmässig ausgeglichene Budgets präsentiert und diese auch einhält. Bayern hat natürlich viele Sponsoren, welche Ihre Marken präsentiert sehen wollen, aber keine Mäzene und keine massgeblichen, hauptsächlichen Geldgeber, die sich eine durch den Fussball nur alimentierte Zweit- und Drittwirkung erhoffen. Und er ist der einzige Verein, in welchem die Führungspersonen seitdem sie die Fussballschuhe selbst geschnürt haben, in wechselnden Funktionen mit den neuen Aufgaben und der Entwicklung des Vereins mit gewachsen sind.

Kompany statt Alonso als Trainerpersönlichkeit

Während die Madrilenen zu Beginn der Saison triumphierten, weil mit Xabi Alonso der begehrteste Trainer auf dem Markt natürlich keine andere Wahl treffen konnte, als Real zu trainieren, reiben sich heute in München alle die Augen: Was für ein Glück, dass man mit Vincent Kompany den Trainer fand, der wie wirklich kein anderer eine Mannschaft führen und leiten kann. Ob heute Sieg oder Niederlage resultiert – er wird die richtigen Worte dafür finden, aus dem Ereignis Erfahrung schöpfen und vorleben, was es heisst, in der Fülle der Herausforderungen seines Jobs immer den nächsten Schritt zu gehen. Ich wünsche ihm, dass er Erfolg hat, weil er für eine Auffassung steht, die in aller Aufregung des modernen Fussballhypes die Erdung sucht – und behält.

Xabi Alonso derweil… ob er sich das Spiel am TV anschaut? Er wollte die Granden bei Real trainieren und besser machen, zur Mannschaft formen. Doch die Rennpferde fühlten sich eher behindert als gefördert. Heute Abend wollen sie galoppieren. In München bangen sie um Harry Kane und wissen, dass vielleicht für ihn, ganz sicher aber für Musiala und Davies das Spiel zu früh kommt. Aber Kompany weiss es auch.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentare

* Eingabe erforderlich. Du musst vor dem Absenden die Vorschau ansehen. Hinweise zur Netiquette.





Formatierung für Links: "Mein Linktext":https://meinlink.com