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gewinnen und verlieren

Hecking nun Vorarbeiter bei der Werkself

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Beim VfL Wolfsburg brennt es lichterloh. Mit Dieter Hecking soll ein Trainer-Urgestein helfen, das schon alles gesehen hat. Auch den VfL in rosigeren Zeiten: 2015 hat er mit ihm den DFB-Pokal gewonnen.

Der Rausschmiss 2019 bei Borussia Mönchengladbach hat ihn schwer getroffen,

war seine Bilanz mit zwei neunten Plätzen doch ordentlich. Doch der Club wollte mit Marco Rose einen neuen Weg einschlagen und träumte grösser.

Nach der emotionalen Trennung von Gladbach macht Hecking ohne Pause weiter: Der HSV ruft, und Hecking erlebt eine extrem unruhige Saison mit einem schlussendlich verpassten Aufstieg und einem persönlichen Schreckmoment: Er steht trotz 40 Grad Fieber noch an der Seitenlinie und spürt wenig später beim Waldlauf einen Stich in der Brust – im Krankenhaus wird zum Glück nichts Gravierendes festgestellt, aber er selbst spricht später von einem klaren Warnsignal, weil er sich nie echte Pausen gegönnt habe.

So richtig Pause ist dann doch nicht, oder höchstens Absenz vom Trainingsplatz. Er wird Sportvorstand in Nürnberg – auch nicht gerade der ruhigste Job, den man sich vorstellen kann, schon gar nicht, weil er auch da als Interimstrainer an die Seitenlinie zurück kehrt.

Der unspektakuläre Normalo

Hecking beschreibt sich in Interviews als einen, der „keinen Glamour“ braucht, einer, der sich alles hart erarbeitet und fünf Kinder großgezogen hat und Gefühle eher nach innen zeigt. Aber er strahlt Ruhe aus und Klarheit, und es scheint, als würde er in der Bundesliga ein wenig als der neue Friedhelm Funkel gelten – der für solche Feuerwehrjobs lange zuerst genannt und oft auch benannt wurde. Hecking ist dabei allerdings in Bochum nicht erfolgreich:

Er übernimmt in hoffnungsloser Situation und kann den Abstieg mit der klar überforderten Mannschaft, die einfach nicht gut genug für die erste Liga ist, nicht verhindern. Aber mit ihm gibt es mehr Struktur, Sicherheit und damit auch neues Selbstvertrauen – aber in der zweiten Liga auch neue Erwartungen, welche sich nicht erfüllen…

Und nun also Wolfsburg.

Der VfL hat eine Mannschaft, die eigentlich viel mehr Talent besitzt wie einst Bochum (und auch entsprechend teurer ist). Aber die Spielertypen passen nicht oder finden nicht zusammen. Auch Christian Eriksen oder Maximilian Arnold können die Mannschaft nicht ordnen. Berufen für vermeintlich Höheres kann keiner so richtig Abstiegskampf. Die Zweifel nagen und sind jedem Schritt auf dem Platz anzumerken. Ein Aufbäumen ist nicht erkennbar. Nicht weniger als acht Kaderspieler sind aktuell verletzt. Und die direkten Konkurrenten St. Pauli, Mainz 05 und Werder Bremen punkten plötzlich regelmässig und haben die Herausforderung längst angenommen. Der Druck ist riesig, und nicht nur der letzte Notnagel-Trainer, sondern auch der Geschäftsführer sind weg, der Sportchef Schwegler ist da, aber noch nicht lange (genug).

Der erfahrene 61jährige Hecking traut sich den Job zu. Er ist nicht zu alt dafür und erfahren genug. Und den Willen und Glauben, Unmögliches möglich machen zu können, besitzt er noch immer. Wie man dafür arbeiten muss, das kann er vorleben – und damit vielleicht die Mannschaft führen. Und diesmal hat er zuvor wenigstens ein bisschen Pause gehabt.

Kommentare

  1. 14er

    Mit Werder, Pauli, Union und den Fohlen spielt er noch gegen einige, bei denen nicht nur Hecking zeigen kann, dass er ein wunderbarer Trainer ist, aber auch seine Spieler, was in ihnen steckt. Das Ding können die Wolfsburger schaukeln.
    Wie du richtig schreibst, stellt sich wirklich die Frage, warum die Spieler nicht miteinander harmonisieren. Gegen den HSV hatten sie nicht nur kein Glück (Pfostentreffer, freies Tor „verfehlt“), sondern auch ein bisschen Pech. Ich wünsche Hecking nur das Beste (und vor allem ganz viele Punkte gegen die oben genannten Mannschaften;-)).

  2. Sechser (Autor)

    Ein Schelm, wer in Deinen Worten Eigennutz ausmachen will… aber Hecking hat ja auch eine HSV-Vergangenheit, die trotz verpasstem Aufstieg auch gute Erinnerungen auszulösen scheint.
    Die lange Verletztenliste bei Wolfsburg ist ein zusätzliches Problem. Es wird nicht einfach…

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