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21 Schweizer verlieren gegen Florian Wirtz 3:4 und eine Gala in Wien - Update

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Die Testspiele vom Freitag haben allen DACH-Nationalmannschaften in jedem Fall wichtige Erkenntnisse für die WM-Endrunde gebracht – und in allen drei Ländern darf zuversichtlich aufs Turnier im Sommer vorausgeblickt werden, Deutschland hat einen Superstar, die Schweiz und Österreich viele Spieler auf hohem Niveau.

Sieben Tore, viel Intensität, einige Experimente

Schweiz – Deutschland 3:4 (2:2)

Die Herangehensweise der beiden Trainer war unterschiedlich.

Während Yakin aktuell kaum verletzte Spieler hat, muss Nagelsmann auf Akteure verzichten, die er für die WM fest eingeplant hat. Jamal Musiala ist unbestritten – aber sein Zusammengehen mit Wirtz noch wenig erprobt. Und Aleksandar Pavlovic scheint er fest fürs zentrale Mittelfeld eingeplant zu haben. Dennoch zeigt der Verlauf der Partie, dass sie Yakin viel mehr als Laborfeld für Experimente versteht, als das bei Nagelsmann der Fall ist. Dennoch liefert das Spiel am Ende für beide Trainer garantiert sehr viele Erkenntnisse.

Die Schweiz beginnt zwar praktisch mit der Mannschaft, die in der Qualifikation überzeugt hat,

aber Yakin wechselt in der zweiten Halbzeit nach und nach ALLE Feldspieler aus. Dafür bleibt der Spielrhythmus bemerkenswert hoch, wenn auch die zweite Halbzeit einiges wilder abläuft als die erste, und die war schon sehr lebendig.

Die Deutschen erspielen sich mehr klare Torchancen,

als sie sich wohl selbst ausgemalt hatten, während die Schweizer noch effizienter sind als in den letzten Spielen zuvor. Beide Trainer dürften mit ihrer Offensive sehr viel zufriedener sein als mit der Abwehr. Die Schweizer haben gleich zwei Eckbälle verschlafen, was mehr oder weniger direkt zu Gegentoren führte, dazu kam ein völlig ungenügendes Positionsspiel unmittelbar vor der Pause, so dass es zur Halbzeit 2:2 stand, statt 3:1 für die Schweiz – Rieder traf unmittelbar davor nur die Latte. Aber ein 3:1 wäre angesichts der tatsächlichen Spielanteile auch absurd gewesen.

Deutschland behielt eine gute Ordnung bei und hat mit Florian Wirtz einen Überflieger, der an diesem Abend eine Weltklasseleistung zeigt.

Zwei Traumtore und zwei direkte Vorlagen – der perfekte Abend, der Deutschland träumen lässt

Es zeigt sich, dass Wirtz durch das Stahlbad, durch das er in den letzten Monaten bei Liverpool gehen musste, reifer geworden ist. Er übernimmt die Leaderrolle ganz selbstverständlich und arbeitet auch weiterhin sehr gut defensiv mit. Er hat sich gewiss Freiräume auch erlaufen, aber so viel Platz wird er an der WM nicht vorfinden. Doch er kann in jedem Fall einer der Superstars der WM werden, keine Frage.

In beiden Mannschaften verzeichneten die Chefs der Innenverteidigung für einmal gröbere Schnitzer.

Nico Schlotterbeck sieht seinen Pass von Freuler abgefangen, mit verheerenden Folgen, und Akanji ist im Spielaufbau mehrfach haarsträubend fehlerhaft. Das kommt in letzter Zeit häufiger vor, aber er wird sich bis zur WM sicher wieder stabilisieren. Rund um Akanji experimentiert Yakin bestimmt auch weiter mit Zakaria, der all diese Laborversuche klaglos mitmacht. Die individuelle Klasse ist auf beiden Seiten bemerkenswert. Ndoye spielt im Nationalteam konstant eine Klasse besser als bei Nottingham, Xhaka ist der Metronom, Freuler der Abfangjäger, Embolo der bewegliche Turm im Zentrum. Die Jungen haben grosses Potenzial, die Aussichten sind zumindest für die Phantasie in unseren Köpfen sehr belebend, zumal Jashari immer besser in die Partie gefunden und aufgezeigt hat, welches Potenzial in ihm steckt. Und Deutschland? Da ist so viel! Raum und Wirtz auf links haben toll harmoniert, das Zentrum mit Goretzka und Stiller war dominant, Gnabry ist seit Monaten in sehr guter Form, Lennart Karl fügt sich auch in der Nationalmannschaft sofort gut ein, Havertz nähert sich seinem Leistungsvermögen an, und Kimmich nimmt auch Ellbogenschläge blutend aber klaglos hin. Unser junger Manzambi ist ein riesiges Talent, aber er muss seinen Einsatzwillen noch kanalisieren – bei Freiburg ist er für sein weiteres Lernen sicher auch noch nächste Saison gut aufgehoben, würde ich meinen. Und Alvyn Sanches ist zurück. Zehn Monate nach seinem Kreuzbandriss beim Debut – und in zwei Monaten ist er noch stärker.

Weiter im Osten hat Österreich in Wien einen Galaauftritt hingelegt,

Österreich – Ghana 5:1

an dessen Ende die ORF-Kommentatoren gemeint haben, es wäre schade, dass die WM nicht schon morgen beginne. In der Tat war das ein sehr überzeugender Auftritt, auch wenn es am Ende eines der Spiele ist, bei denen ich nicht weiss, ob die Sieger nun so gut waren oder die Verlierer so schlecht. Vielleicht gibt Deutschland am Montag die Antwort, wenn sie gegen Ghana spielen. Torhüter Zigi, Publikumsliebling beim FC St. Gallen, war das 1:5 in jedem Fall nicht anzulasten. Seine Monsterparade gegen Baumgartners Kopfball war allein schon Eintrittsgeld wert. Beeindruckend, wie stark auch die zweite Hälfte war, in der Wanner bei seinem Debut vom ersten Moment an sehr viel Einfluss aufs Spiel hatte. Österreich verfügt über ein Kollektiv, das zusammengewachsen ist und in dem es auch sehr viele individuell gute Einzelspieler gibt. Grillitsch (Braga) hat ein hervorragendes Spiel gemacht, war omnipräsent, ein moderner 10er, im Spielaufbau genau so überzeugend wie im Zweikampfverhalten. Gregoritsch fühlt sich im Nationalteam noch wohler als seit seiner Rückkehr in Augsburg, und Baumgartner ist per Kopf und Fuss ein wunderbar agiler Angreifer. Zudem hat sich Seiwald sehr gut entwickelt und passt gut zu Sabitzer. Und Chukwuemeka hat bei seiner Premiere auch gleich getroffen. Das sind alles sehr viele sehr gute Nachrichten… Und wer weiss, vielleicht schreibt Kalajdzic, der Spieler mit der wohl längsten Verletzungsgeschichte überhaupt, dieses Jahr noch ein besonderes Märchen.

So viele Spieler Österreichs nehmen in der deutschen Bundesliga eine tolle Entwicklung.

Genau so war es bei der Schweiz. Der Schritt in noch grössere Ligen steht auch den Österreichern offen – erst einmal geht es nun darum, an der WM trotz fehlender Erfahrung ebenfalls Erfolg zu haben. Das Teamgefüge ist in jedem Fall da, und ich sehe durchaus die Chance, dass es der Startschuss einer ähnlichen Turnierserie ist, wie sie die Schweiz auch hingelegt hat. Länderspielfussball im DACH-Raum hat eindeutig dreifaches WM-Endrunden-Potenzial.

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