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Verschiedene Welten in Freiburg und London

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Der SC Freiburg lebt davon, Spieler zu entwickeln und die dann für gutes Geld an grössere Vereine transferieren zu können. Ein aktuelles Beispiel illustriert gerade, wie der seriös arbeitende Bundesligist vom absurd anmutenden englischen Markt profitiert.

Everton schafft den Klassenerhalt, was Freiburg die Kasse füllt

Im letzten Sommer ist Merlin Röhl, 13-facher deutscher U-21 Nationalspieler (3 Tore) für eine Leihgebühr von 2 Millionen Euro an den FC Everton ausgeliehen worden. Der Deal kam am sog. Deadline Day im Sommer 2025 zustande und beinhaltet eine Kaufpflicht für Röhl im Falle des Klassenerhalts der Toffees. Nun, fünf Spieltage vor Schluss ist dieser Klassenerhalt fix, womit die Freiburger weitere 23 Millionen Euro einstreichen, mit denen sie jetzt schon für die neue Saison planen können.

Everton wird für den Last-Minute-Zugriff im letzten Sommer umgekehrt total 25 Millionen auf den Tisch legen für einen offensiven, 23jährigen Mittelfeldspieler, der zu diesem Klassenerhalt kaum etwas beigetragen hat:

Ein frustrierendes Jahr

Kaum in London angekommen, hatte Röhl Pech mit einer Hüftverletzung und einem Leistenbruch, doch seit Dezember ist er wieder Teil der Mannschaft. Seine Bilanz ist nicht berauschend und dürfte ihn selbst ziemlich frustrieren:
8 Spiele wegen Verletzung verpasst, 23mal Teil des Kaders, davon in 11 Spielen nicht eingesetzt, 10mal eingewechselt, 2mal in der Startelf.
Zuletzt spielt er am 14. März für 4 Minuten, eine Woche später für eine Minute, seither blieb er drei Mal auf der Bank.

Everton wird weiter machen wie gehabt. Und der Spieler?

Röhl sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass sein Verein, der bisher nicht auf ihn setzt, 25 Mio Euro für ihn bezahlt, was deutlich über seinem aktuellen Marktwert liegt. Was das für seine Zukunft bedeutet, weiss er wohl auch selbst noch nicht. Everton ist- den hohen TV-Geldern in der Premier League sei Dank – auf den letzten Drücker im Sommer 2025 noch eine Wette eingegangen. Die hat sich nicht ausgezahlt, aber die Gelder werden ja weiter sprudeln, der TV-Vertrag läuft weiter. Was diese Praktiken für einen Effekt auf die vereinsinterne Ausbildung des Nachwuchses haben dürften, lässt sich nur erahnen. Bei Freiburg aber kann man es SEHEN. Die glückliche Hand ist eher eine wissende Hand, mit welcher mit gutem Blick Spieler mit grossem Potenzial laufend gefunden und dann weiter ausgebildet werden. Wie viele Spieler sich nach dem Weggang eher früher als später fragen, ob es eine so gute Idee war, so früh wieder weiterzuziehen, statt das eigene Rüstzeug noch mehr zu festigen, weiss ich nicht.

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Update vom 4. Mai 2026: Merlin Röhl kommt plötzlich zu einem Startelfeinsatz und spielt 90 Min, wird erst in der Nachspielzeit ausgewechselt und ist an offensiven Aktionen auffallend beteiligt.

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