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Tennis wird immer brutaler

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In der Weltsportart Tennis ist ein wenig Alarmstimmung. Die Verletzungen nehmen zu. Und weil sie dieses Jahr auch die Stars Sinner und Alcaraz ereilt haben, wird das Problem grundsätzlicher diskutiert.

Tennisprofis – Wenige Superstars, viele arme Kirchenmäuse

Es hat keine Rolle gespielt, ob die Herren Nadal, Federer oder Djokovic den ATP-Spielerrat präsidiert haben. Djokovic hat zumindest eine Spielergewerkschaft ins Leben gerufen, sich aber mittlerweile daraus wieder zurückgezogen.

Keine Ahnung, wie ernsthaft es je versucht wurde – aber ganz eindeutig ändert sich daran nichts, dass ein paar dutzend Tennisstars unverschämt viel verdienen – und der grosse Rest kaum von ihrem Sport leben kann, weil deren Karrieren nicht linear verlaufen und die hohen Aufwendungen durch die geringen Preisgelder bei kleineren Turnieren nicht gedeckt werden können. Das ist für eine Weltsportart im Grunde ein Skandal. Bestrebungen, dies zu ändern und ein System zu schaffen, in welchem, sagen wir, wenigstens die ersten 500 der Weltrangliste bei Frauen wie Männern ein Auskommen haben und im Verletzungsfall abgesichert sind, werden immer wieder mal angedacht, aber es bewegt sich nichts wirklich vorwärts.

Im Tennis wird enorm viel Geld verdient – aber die Spieler sind so etwas wie die Gladiatoren, die im Zirkus auftreten, welcher riesige Einnahmen generiert. Die Spielerinnen und Spieler, die wir alle kennen, verdienen sehr viel Geld – der grosse Rest kämpft ständig darum, das Geld für die eigenen Lebenskosten, das Training, die Reisen, die Bezahlung der Infrastruktur zusammen zu bekommen. Und kommt eine Verletzung dazu, wird es schnell ganz prekär.

Immer mehr Verletzungen

Die gehäuften Verletzungen bei den Zugpferden haben nun zu einer grossen Untersuchung geführt. Danach haben sich chronische Verletzungen, also solche, die auf Überlastungen zurückzuführen sind, vor allem im Arm- und Schulterbereich verdoppelt. Das hat mit dem enorm engen Turnierkalender zu tun – und wohl auch damit, dass die Bälle grundsätzlich immer schwerer werden und damit langsamer. Sie müssen entsprechend mit mehr Kraft geschlagen werden, um sie zu beschleunigen.

Anpassungen im Turnierkalender sind scheinbar nicht geplant. Und die Klagen mancher Spitzenspieler darüber wirken einigermassen unglaubwürdig, wenn es sich dabei um Starspieler:Innen handelt, welche für Exhibitions schon mal noch zusätzlich noch eine Woche nach Saudi Arabien fliegen…

Tennis bleibt in den meisten Ländern ein Sport, in welchem Talente nur dann eine Karriere anstreben können, wenn sie privat über ein Finanzierungsmodell verfügen, das möglichst tragfähig ist und auch Krisen aushält. Der Druck, der dabei auf den jungen Menschen lastet, die mit ihren Resultaten einerseits Unterstützung rechtfertigen sollten und gleichzeitig unbedingt Resultate brauchen, ist für ganz viele der jungen und alten Profis eine stille, vor uns verborgene ständige Herausforderung.

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