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Sasa Kalajdzic hat sich sein Märchen hart erkämpfen müssen

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Sasa Kalajdzic wird eingewechselt, als alles verloren scheint. Nur ein Angriff bleibt. Mit langen Bällen. Und der gelingt so, wie im Training nicht in hundert Anläufen. Am Schluss steht das Kopfballtor des zwei Meter langen Stürmers. Und damit die Wandlung von einem der grössten Pechvögel im europäischen Fussball zum Glückspilz. Hier ist die Geschichte dieses Spielers.

Ausserordentlich bei Stuttgart

Er wechselt 2019 von Admira Wacker zum soeben in die 2. Bundesliga abgestiegenen VfB Stuttgart. In einem Vorbereitungsspiel gegen den SC Freiburg erleidet er einen Kreuzbandriss, dazu einen Innenbandriss und Außenmeniskusriss im linken Knie und fällt 9 Monate aus. Er verpasst nicht nur die gesamte Hinrunde, sondern muss sich erst nach der Winterpause langsam zurück kämpfen, kann nur 6 Spiele bestreiten, in denen ihm ein Tor gelingt. Aber Stuttgart steigt auf, und Kalajdzic behauptet sich wie die ganze Mannschaft in der Bundesliga. In 36 Spielen erzielt Kalajdzic in Liga und Pokal 17 Tore und fällt dabei nicht nur wegen seiner zwei Meter Körpergrösse auf, sondern auch durch mannschaftsdienliches Spiel allgemein. Am 20. August 2021 wird er in der neuen Saison gegen Leipzig eingewechselt und verletzt sich bei einem Zweikampf an der Schulter: Schulterluxation, Beschädigung mehrerer Bänder, er fällt für weitere 19 Spiele aus. Trotzdem kann im Sommer 2022 ein Wechsel in die Premier League eingetütet werden.

Der gleiche Horror nochmals bei Wolverhampton

Pflichtspiel-Debut bei Wolverhampton in der Premier League: In seinem ersten Einsatz am 4. September 2022 erneuter Kreuzbandriss im linken Knie. Die Saison ist für ihn gelaufen, kaum hat sie angefangen und danach bleibt es hart.

In Frankfurt wird es nicht besser

Im Winter 2024 wird er nach Eintracht Frankfurt verliehen. Am 19. Februar 2024 spielt Frankfurt gegen den SC Freiburg. In diesem Spiel, wieder also gegen den SC Freiburg, reisst Kalajdžić’s Kreuzband erneut – diesmal im rechten Knie. Auch das Aussenband ist gerissen. Die Verletzung geschieht ohne Gegnereinwirkung. Er fällt für das ganze Kalenderjahr aus.

Neustart und Erfolg bei LASK

Wolverhampton hat ihn im Sommer 2025 für ein Jahr nach Linz ausgeliehen. Nach acht Ligaeinsätzen in der Hinrunde mit jeweils weiniger als einer Stunde Spielzeit ist seine Bilanz „überschaubar“. Torbeteiligungen kann er keine verbuchen. Im ersten Spiel 2026, Viertelfinale im Cup gegen Blau‑Weiss Linz, erzielt er sein erstes Pflichtspieltor für den LASK und bereitet den Siegtreffer vor und wird „Player of the Match“. In den letzten Runden der Meistergruppe trifft er fünfmal und gibt sechs Vorlagen. In der Liga fällt die Entscheidung am letzten Spieltag mit einem 3:0 gegen Austria Wien, bei dem Kalajdzic zwei Tore vorbereitet und einen Elfmeter herausholt. Im ÖFB-Cup-Finale gegen Altach (4:2 n. V.) liefert er zwei Assists und ist die zentrale Offensivfigur.
LASK gewinnt die Meisterschaft und den Pokal, das erste Double seit 1965.

Die WM 2026 gegen Algerien

Ralf Rangnick nominiert Sasa Kalajdzic für den Kader für die WM 2026. Der Ausgang ist bekannt. Und er ist dem sympathischen, bescheidenen Spieler so sehr zu gönnen. Und wie es abläuft – auch darin kann man Symbolik erkennen:

Die Kommentatoren beim ORF sind absolut fassungslos über das Tor Algeriens. Nach zwanzig Minuten Ballgeschiebe bei ausgeglichenem Spielstand, der beide Mannschaften weiterkommen lässt, entscheiden sich die Algerier plötzlich, schnell vertikal zu spielen, und das gleich zweimal, und die ganze österreichische Mannschaft ist übertölpelt. 2:3. Ende. Aus. Die Nachspielzeit ist eigentlich abgelaufen, aber der Torjubel wird als Zusatzminute noch nachgespielt. Kalajdzic wird eingewechselt, im Bild gezeigt, per Hinweis am Bildschirm notiert, doch die Kommentatoren nehmen es gar nicht wahr. Dann läuft der erwähnte letzte Angriff, und Kalajdzic hämmert sich mit dem Kopfball aus vollem Lauf definitiv ins Bewusstsein der ganzen Nation – und des Irans. Dort können sie den Namen wohl gar nicht aussprechen. Für einmal bereitet er anderen Albträume und muss keinen neuen eigenen erleben und verarbeiten. Mit dem Erfolg umgehen wird er können. Das Leben hat ihn ganz anderes schon gelehrt.

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