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gewinnen und verlieren

Reicht die Luft der Canepas?

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Nicht nur die momentane sportliche Verfassung der beiden grossen Zürcher Fussballclubs ist ein Trauerspiel. Die Tristesse wird durch die Stadionfrage noch erdrückender. Gegner des Bauprojektes nutzen alle juristischen Mittel, um den Bau weiter zu verzögern.

Das Trauerspiel um das geplante Fussballstadion wird zum Fanal für die Unwirksamkeit von Volksentscheiden.

Mehrfach hat das Stadtzürcher Stimmvolk über das Projekt abgestimmt und jeweils mit klarer Mehrheit den Neubau befürwortet, der auch durch zwei hohe Wohntürme und eine Genossenschaftssiedlung wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedürfnisse erfüllen kann.

Doch ein paar Handvoll Privatpersonen, teilweise in einem Verein organisiert, scheren sich nicht um den Volkswillen und wehren sich vor allem gegen die Wohntürme. Mit juristischen Mitteln wird einmal ein fehlendes Sicherheitskonzept für die Zuschauermassen behauptet oder dann ein unzulässiger weil übermässiger Schattenwurf durch die Wohntürme angenommen. Alle Einsprachen vor allen drei Instanzen werden immer abgelehnt, sei es beim Richtplan, beim Gestaltungsplan oder welchem Plan auch immer – und wohl auch zukünftig beim Baugesuch. Die Tatsache, dass die Gerichte für alle diese Entscheidungen quälend lange brauchen, macht es für die Querschiesser noch interessanter, diese Mittel alle auszuschöpfen.

Die Belastungsprobe für die Fussballclubs ist nicht zu bestehen

Auf der anderen Seite stehen zwei Fussballclubs, die in den bestehenden Strukturen als Mieter im Leichtathletik-Stadion Letzigrund hohe Ausgaben haben, statt als Fussballstadion-Besitzer Einnahmen mit Gastronomie und anderen Angeboten generieren zu können. So was nennt man ein strukturelles Defizit, das für die beiden Fussballclubs GCZ (Grasshoppers Club Zürich) und den FCZ auf je fünf Millionen Franken pro Saison geschätzt wird. Während der GCZ bereits mal an Chinesen verkauft wurde, den Albtraum schliesslich beenden konnte, um nun im Schoss des amerikanischen LA FC ständig daran erinnert zu werden, dass gespart werden müsse und dringend mehr lokale Investoren angezogen werden müssten, stemmen Heliane und Cillo Canepa ein paar Steinwürfe entfernt die Defizite aus dem eigenen Sack. Beim letzten Mal sollen es, wegen unzureichenden Transfererträgen, gar neuneinhalb Millionen Franken gewesen sein. Die Aussichten sind auch weiter nicht rosig. Der FCZ wird die Meisterrunde verpassen und damit auch in der neuen Saison keine Europacup-Einnahmen erspielen können – und GC wird wohl in einer Barrage gegen den zweiten der Challenge League erst mal den Abstieg verhindern müssen.

Wie lange halten sie durch?

Man kann vom Besitzerpaar des FCZ halten, was man will, und deren Kompetenz in fussballerischen und unternehmerischen Belangen gewiss kritisch beäugen, aber ganz klar ist, dass sich Beide wünschen, dass der FCZ auf einem solideren Fundament in neue Hände übergehen kann. Dafür leisten sie finanzielle Einsätze, die absurd hoch anmuten – und die wohl tatsächlich nur mit einem irrationalen Hauch verklärter Liebe zum Club immer wieder bejaht werden können. Das neue Stadion würde allfälligen Nachfolgern erlauben, rationaler und wirtschaftlich tragfähiger zu planen, mag es auch dann ein Hosenlupf bleiben.

FCZ-Fans bleibt nur das bange Hoffen, dass die Canepas durchhalten können und wollen – und dass es eines Tages ein Happy End gibt, wenn das neue Stadion eröffnet wird und das Präsidentenpaar (Heliane Jg. 48, Ancillo Jg. 53) frei von Amt und Bürden auf einem Ehrenplatz im Stadion sitzt. Viele zweifelhafte (Personal)Entscheide haben viele Wendungen und Windungen mit sich gebracht – doch die Canepas sind für die Konsequenzen auch eingestanden. Dass ihnen Dank dafür gebührt, ist keine Frage. Dass sie ihn erhalten, schon eher. Für Cillo Canepa zählt auch deshalb das Stadion. Es wird zum finalen Meilenstein.

Planungen – mit wem und mit welcher Perspektive?

Die Stabübergabe bleibt ein höchst komplexes Geschäft – und nie war es für den FCZ wichtiger, dass klare und weitsichtige Entscheidungen getroffen werden. Aber mit welcher zeitlichen Perspektive können Nachfolger denn rechnen?

Stadtplanung und Demokratie – Zürich ist das absolute Negativbeispiel

Die ganze Causa ist für Zürich als Sportstadt eine Katastrophe, und für die Demokratie nicht nur in Stadtplanungsfragen ein Belastungstest, dessen Verdikt noch völlig offen ist. Das Beschwerderecht muss zwingend eingeschränkt werden. So viel scheint klar. Aber das wird noch viel länger dauern als die Zeit bis zum ersten Spatenstich für den Stadionbau.

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