Kevin Keegan 1951 - 2026
Kevin Keegan ist tot. Die Erinnerung, die das in mir auslöst, und die Persönlichkeiten, an die ich dabei mit denke, zeigen mir, welch unfassbares Geschenk dieser aussergewöhnliche Fussballer und Mensch für den HSV war.
Die Zeit scheint so weit zurück und ist doch präsent
Als mich die Nachricht erreicht, bin ich am Golf spielen. Mit einem weissen Ball. Damals, in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, haben wir noch Tennis mit weissen Bällen gespielt… den ersten erfolgreichen und zunehmend respektierten schwarzen Tennisspieler gab es schon. Arthur Ashe holte 1975 in Wimbledon seinen dritten Grand Slam Titel – und Kevin Keegan feierte grosse Erfolge mit Liverpool. Bis das Unglaubliche geschah: Als dreimaliger Landesmeister mit Liverpool, zweifacher Uefa-Cup-Sieger und Europapokalsieger der Landesmeister wechselte Kevin Keegan 1977 zum HSV. Von Hafenstadt zu Hafenstadt – von Liverpool nach Hamburg. Und wir sprechen hier nicht von den Beatles, die ihre „Entdeckung“ der Hansestadt verdanken dürfen. KäiKäi – Kevin Keegan kam als Weltstar und verliess den HSV auch als Star und war das i-Tüpfelchen zur leider zu kurzfristigen Dominanz des Sterns des Nordens. Er war der Wirbelwind in der Meisterelf, neben Hrubesch, Magath, Kaltz oder Hartwig.
Die vermeintliche Primadonna war ein Teamplayer
Brach zuerst Unruhe aus, weil die Stammspieler eine Primadonna erwarteten, vergossen sie Elefantentränen zu seinem Abschied nach drei Jahren, weil er als Kumpel, als Mitspieler, als Teammitglied ging. Manch ein Superstar von heute könnte von ihm lernen und verstehen, wie man als Einziger seine Mitspieler stärkt und nicht einen Scherbenhaufen hinterlässt, nach schlechtem Start.
Das erste Jahr war… mau. Die Kritik war deutlich. Doch die Fans liebten ihn schon da. Niemand gab so lange Autogramme wie er. Dazu erzählte er die Anekdote, wie er selbst einmal eine halbe Stunde im strömenden Regen als einziger Fan auf sein Idol wartete, um schliesslich von diesem zur Seite geschubst und stehen gelassen zu werden.
Glanzvolle Momente
Wir vergessen es nie: Der HSV wurde ein Bayernangstgegner, ein Team der Champions, und Keegan ist eine Legende. Es waren nicht nur 11 Freunde, nein es war EINE Mannschaft, ein Team von Fussballmusketieren (die auch das Handwerk beherrschten, und jeder hatte seine Rolle).
Gut, Branko (Trainer) und Netzer (Manager) haben für ihren Anteil am Erfolg auch Erwähnung verdient – eigentlich alle – es wurde eben alles Eins.
Und als Kevin Keegan den HSV verliess, hatte er dem Verein seinen Stempel auch menschlich aufgedrückt. Der englische Uwe Seeler. Der HSV stellte zweimal mit Keegan «Europas Fussballer des Jahres», gewann den Meistertitel, wurde Vizemeister und erreichte den Europapokal der Landesmeister.
Dieser Mann war aussergewöhnlich. Mighty Mouse ist unvergessen.
R.I.P Kevin – der auch sein Vermächtnis indirekt hinterlassen hat, indem sein Vorname auch bis heute noch bei neugeborenen Jungs eine kleine Dominanz im Norden Deutschlands innehat.
Kategorien: Fussball, Persönlichkeit
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