Karriereende als Karrierehöhepunkt? - Ja!
Heute Abend beendet Julien Sprunger seine Eishockey-Karriere – mit seinem 1186. Spiel für den HC Fribourg Gottéron in der Schweizer National Hockey League. Der Captain hat nie für eine andere Mannschaft gespielt und ist der Einzige, welcher in der verlorenen Finalserie gegen den SC Bern 2013 schon dabei war.
Die Belle, das alles entscheidende siebte Spiel im Final findet heute Abend in Davos statt, und damit an dem Ort, an dem Sprunger seine allererste Partie gespielt hat.
Wenn ich jetzt, Stunden vor dem Final, diesen Text schreibe, der also schon sehr bald durch die Aktualität weiter gewichtet wird, so wohl deshalb, weil ich „ein bisschen Angst habe“, dass das Märchen kein märchenhaftes Ende findet, obwohl Sprunger auch mit 40 Jahren massgeblich schon dazu beigetragen hat, dass es überhaupt möglich ist, denn in Spiel 6 hat er seine Farben in Führung geschossen und zuvor schon mit einem OT-Goal massgeblich dazu beigetragen – mit 40 Jahren! Fribourg spielt seit einem halben Jahrhundert ununterbrochen in der obersten Liga, aber Meister wurden sie noch nie. Fribourg Gottéron, ausgerechnet zu Sprungers Karriereende, zum ersten Mal, oder Rekordsieger Davos zum 32. Mal (?) Schweizer Meister?
Ein ganzer Kanton hat schon seit Tagen nur ein Thema. Mit dem HC Fribourg Gottéron identifiziert sich gefühlt jeder Einwohner. Niemanden scheint das alles kalt zu lassen. Natürlich gelten die Aussagen über die besondere Anziehung des Vereins für eine ganze weite Region auch für Davos und damit das Bündnerland. Das macht diese Affiche ja auch noch spezieller. Jede Mannschaft hat von ihren drei Siegen zwei auswärts geholt – auch von daher ist der Ausgang tatsächlich völlig offen.
Wer auch immer heute Abend jubelt – Eishockey wird für den Kanton Graubünden wie für den Kanton Fribourg und das Greyerzerland im Speziellen ein verbindendes Element bleiben.
Kategorien: Eishockey, Persönlichkeit
Kommentare
Sechser (Autor) #
Das Märchen ist wahr geworden!
Um 22h46 sorgt Wallmark in der Verlängerung für das Tor zur Meisterschaft.
Was für eine Geschichte! Die knappest mögliche Entscheidung in der Finalserie, die so eng war wie noch keine zuvor.
Sechser (Autor) #
Und die Davoser, Mannschaft, Staff und Zuschauer zeigen, wie man mit so einer knappen und bitteren Niederlage umgehen kann und soll – mit allem Respekt für die Gegner. Die eigene Leistung ist genau so auch zu würdigen. Die Enttäuschung ist riesig, aber sie haben alles gegeben. Am Schluss war ihnen das Wettkampfglück nicht hold. Aber sie haben so viel dazu beigetragen, dass wir eine unvergessliche, einmalig spannende und hochstehende Finalserie erlebt haben.
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