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Die Zürcher Clubs taumeln durch die Super League

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Winterthur hat auf der heimischen Schützenwiese gegen GC verloren und wird wohl schon bald als Absteiger feststehen. Dennoch ist „Winti“ wohl der Profi-Fussballclub, der sich von allen Zürcher Vereinen am wenigsten neu erfinden muss.

Die Relegationsspiele bestreitet ein Stadtzürcher Club

Und ob der Gegner nun Vaduz oder Aarau heissen wird – der Ausgang, zumal in einfachem Hin- und Rückspiel, ist offen. Das ist für die Ansprüche und das Standing, dem GC und der FCZ gerecht werden wollen, eine alarmierende Aussicht. Während der FC Winterthur mit seinen beschränkten Ressourcen seit vielen Jahren immer wieder nahe am Maximum spielt und arbeitet und wohl auch in der zweiten Liga über viel Support aus vielen lokalen Quellen wird verfügen können, sieht es in der Hauptstadt des Kantons anders aus: Der Letzigrund ist eine schmucke Grabhöhle für den Profifussball und garantiert den Clubs nur eines: Einen jährlichen siebenstelligen Verlust. Und das wird noch viele Jahre lang so bleiben, denn nach wie vor ist nicht abzusehen, wann das längst vom Stimmvolk bewilligte Stadion gebaut werden kann.

Wer führt die Clubs wie in die Zukunft?

GC hatte den Albtraum vermeintlich hinter sich gelassen, als das Engagement der chinesischen Investoren als GC-Eigner beendet werden und sich der Club in das Konglomerat des Los Angeles Football Club (LAFC) einfügen konnte. Als eine Art Generalmanager, mit deutlich mehr Kompetenzen als ein gewöhnlicher Sportchef ausgestattet, hat Alain Sutter die Geschicke übernommen, um im praktisch ersten Atemzug gleich anzufügen, dass man werde sparen müssen – und auch lokale Investoren suche. Es scheint ein bewusster Entscheid der Führung zu sein, die Zürcher mal machen zu lassen – dabei gibt es gleich zwei geschäftsführende Herren, die sich gerade auf die Rückkehr des weiteren Partnervereins FC Wacker Innsbruck in die zweite Liga Österreichs freuen: Lukas Grether, Geschäftsführer International des LAFC und Harald Gärtner, Geschäftsführer Europa des LAFC.

Alain Sutter ist es bisher nicht gelungen, eine Mannschaft zusammenzustellen, die sich fussballerisch entwickeln konnte. Den Ligaerhalt soll nun Assistenztrainer Messner sicherstellen, nachdem die an sich harmonische Zusammenarbeit Sutters mit Scheiblehner den Krebsgang auch nicht stoppen konnte. Es scheint mir, dass im Umfeld von GC viele Sympathisanten nicht so richtig erfassen können, in welche Richtung sich „ihr“ Verein bewegt? Die Leihspieler aus dem Talent-Pool von Bayern München, werden Ende Jahr wieder weg sein…

Hat GC einen Eigentümer, aber keine klare Führung, so ist der Rivale FCZ eigentlich noch schlechter dran. Das Ehepaar Canepa sucht einen Käufer. Es soll eine schweizerische Lösung her, und zwar noch dieses Jahr. Derweil steht der Club wieder vor einer auch sportlich verheerenden Bilanz. Auf GC hat der FCZ zwar, bei noch ausstehenden fünf Spielen, davon einer Direktbegegnung, sieben Punkte Vorsprung, aber wie sich gewinnen anfühlt, wissen sie beim Stadtclub auch kaum noch zu erzählen. Das Ding ist noch nicht durch, und im besten Fall zittert man sich zum direkten Ligaerhalt. Das klingt genau so armselig, wie es sich für den Club anfühlt, der das Märchen der Meisterschaft mit Trainer Breitenreiter noch immer gut erinnern kann – ein Ereignis, das Jahrzehnte statt nur Jahre zurück zu liegen scheint.

Der FCZ ist noch immer dabei, sich von dem verheerenden Ergebnis der Ära unter Sportchef Milos Malenovic zu erholen und hält bewundernswert hartnäckig an Cheftrainer Hediger fest. Auch er ist ehemaliger Assistent, vielleicht ein Trainertalent, aber wohl einer, der sich erst auf tieferer Stufe beweisen sollte. Und die Spieler, die echtes Talent haben, dürften im Sommer, immerhin teuer, verkauft werden (Tsawa), und auch Stürmer Keny wird vielleicht nur schwer zu halten sein. Es ist bei beiden Clubs der Fluch der schlechten Aussicht: Spieler, die herausragen, wollen dann auch weg an Orte, an denen die Sonne eher scheint.

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