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gewinnen und verlieren

Der Schweizer Klubfussball wird nach hinten durchgereicht

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Nachdem nun alle Qualifikationsrunden für alle drei Europacup-Wettbewerbe gespielt sind, steht fest, dass sich ausser Lugano und der FC Thun alle Mannschaften ausschliesslich auf die heimische Liga konzentrieren können. Die mauen Europacup-Resultate der letzten Jahre waren diesen Sommer noch schlechter als zuletzt. Mit entsprechend gravierenden Folgen.

Ausreisser nach unten – von einem an sich schon tiefen Niveau aus

Die Punkteausbeute für den UEFA-Koeffizienten ist miserabel. Der FC Thun, mit einem beispiellosen Aderlass nach dem märchenhaften Meistertitel, verliert in Island gegen Vikingur Rejkjavik 2:3 und in Polen gegen Lech Posen gleich 0:7. Die Conference Leage würde es im schlechtesten Fall werden, die Conference League ist es auch geworden.
Hierfür musste Lugano drei Qualifikationsrunden überstehen. Das haben sie auch geschafft – aber mit wie viel Ach und Krach! Der FC Lugano spielt auswärts auf den Färröern bei NSI Runavik mit Glück 2:2 und gegen Maccabi Tel Aviv auswärts – aus politischen Gründen in Georgien – 1:1. Nicht gerade souverän. Die vielen für das Schweizer Ranking verlorenen Punkte sind einfach ärgerlich.

Ein bisschen Ehre für die übrigen. Aber nur ein bisschen. Und das Interesse?

Und Sion und St. Gallen? Sion spielt in Weissrussland und in Armenien nur unentschieden, übersteht aber die Runden gegen Bate Borissow und den FC Noah, ist dann aber gegen Ajay Amsterdam chancenlos. Der FCSG sorgt fürs Ausrufezeichen, schlägt Benfica Lissabon zuhause 2:1, bevor sie in Lissabon mit 0:5 untergehen. Aber sie schlagen Sheriff Tiraspol aus Moldawien zweimal, bevor sie gegen den FC Nordsjælland beide Spiele verlieren. Gegen die attraktive Mannschaft aus Dänemark kommen zum Rückspiel 13000 Zuschauer ins Berit Sitterstadion. Nicht 18000 wie in der Meisterschaft, nicht volle Hütte wie gegen Benfica. Womit zwei weitere Probleme angesprochen sind, die es noch schwerer machen:

Die Destinationen für die Auswärtspartien bedeuten lange Reisen und garstige Verhältnisse – lange, bevor Honigtöpfe winken. Und in den Heimspielen lassen sich die Zuschauer nicht gleich wie in der Meisterschaft mobilisieren. So ist der Europacup am Schluss ein Verlustgeschäft für die heimischen Mannschaften, die alle noch nicht komplett sind, weil ihre besten Spieler fast garantiert noch vor dem Absprung stehen, sie noch ins Ausland wechseln könnten. Da liegt der Fokus auch nicht unbedingt ungeteilt darauf, auf den Färöern ein Tor mehr zu schiessen als der Gegner…

Gelingt einem kleineren Team ein Überraschungserfolg in der Meisterschaft, kämpt es in der Folge garantiert gegen den Aderlass seiner besten Spieler, während die Spieler von Mannschaften aus den fernen Ligen auf dieser für sie maximal grossen Bühne überhaupt erst die Chance haben, den westeuropäischen Clubs aufzufallen.

Bald nur noch auf Rang 19?

Cypern hat die Schweiz überholt. Wir sind im Uefa-Ranking der Verbands-Klubkoeffizienten innert fünf Jahren von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht. Am Ende der Saison fallen in der Fünfjahreswertung die Punkte der Saison 22/23 raus. Stand heute liegt die Schweiz dann noch auf Platz 19 (Österreich 16, Deutschland 4). Die traditionellen, grossen, strukturell starken Vereine wie der FC Basel oder die Young Boys aus Bern kämpfen mit sportlichen Baissen und schauen sich die Europa-Saison eh von aussen an. Thun und Lugano haben sehr umsichtige Clubführungen – aber Thun ist der ganze Unterbau weg gebrochen – während Lugano das pure Gegenteil verkörpert: Umsichtige finanzstarke Besitzer, ein piekfeines neues Stadion – aber eben keine internationale Erfahrung.

Wir werden einen langen Atem brauchen… aber der Niedergang wird irgendwann auch mal gestoppt werden… oder? Bis dahin ist die Möglichkeit, dass der zweite der Meisterschaft an der ChL-Qualifikation teilnehmen kann und überhaupt mehr als nur vier Teams international spielen können, in weiter Ferne… Dafür braucht es Platz 15…

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