Hauptsache Sport

gewinnen und verlieren

Bald ist noch eine Weltmeisterschaft.

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Bald ist WM. Nein, nicht im mitreissenden Eishockey, mit Spielern, die für Ihr Land brennen und in vollen Stadien, in denen echte Fans zu zahlbaren Preisen ein Sportfest feiern. Fussball ist gemeint. Dieses phantastische, einfache Spiel, das immer weniger gespielt, dafür um so mehr gehandelt wird.

Weit weg und dann doch mitreissend?

Ich bin wirklich ein Fussball-Maniac. Ich habe dieses Spiel auf Bezirksniveau selbst gespielt und in Gedanken als Köbi Kuhn die Mannschaften geführt. Ich habe Grasnarben aus dem Platz gegrätscht und mir die Lunge aus dem Hals gelaufen, und dann war alles gut. Das gibt es heute noch, oder? Aber die Vorbilder, denen man nacheifert, entfernen sich trotz Social Media oder gerade deswegen immer mehr von der Basis, scheint mir. Vielleicht ist es auch allein mein Problem: Noch nie war eine Fussball-WM so weit weg von mir wie diesmal. Ich höre von dynamischen Preisen und astronomischen Summen für einen einzigen Platz, und ich sehe leere Stadien vor mir, in denen das Echo der Rufe der Spieler von den Rängen zurück schwappt. Nun, ich war auch früher nicht live dabei. Mir kann es also egal sein. Nicht egal ist, dass die FIFA dabei ist, den Fussball den Menschen wegzunehmen, die ihn so populär gemacht haben. Die amerikanische Kälte, die in allem nur dem Mammon verpflichtet ist, setzt sich durch und findet nicht nur in der FIFA willige Profiteure. Und die Co-Gastgeber Mexiko und Kanada spielen genau die Rolle, die ihnen Trump zubilligt: Keine.

Die süsse Rache wäre ein Final Mexiko gegen Kanada. Das wird genau so wenig eintreffen wie ein Endspiel USA gegen Deutschland.

Vielleicht ist es gut, dass die so offen einzig kommerziell handelnde USA uns den Spiegel vorhält, was man mit uns alles machen kann. Wenn ab mitte Juni, ich schau jetzt gar nicht nach, wann genau, ich doch vor dem TV sitze und dann auch hier von der WM schreibe, haben die Funktionäre wieder gewonnen und alles richtig gemacht und ich war und bin einfach ein Stänkerer. Aber muss ich mir die Freude am Spitzenfussball absprechen, weil mir nicht gefällt, was darum herum geschieht. Ich gebe zu: Da motze ich lieber. Und beobachte. Auch mich. Denn eines ist ganz klar: Wenn die FIFA nicht bemerkt, in welche Richtung sich gerade alles entwickelt, wird es mal ein böses Erwachen absetzen

Oder die Magie des Fussballs wird alles überstehen. Ausser in den USA. Dort nennen sie Fussball „Soccer“. Das kann ja nichts werden…

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