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gewinnen und verlieren

Aus dem Wald von Nottingham heraustreten

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Die neue Saison in der Prermier League hat begonnen. Und die Sportportale überbieten sich einmal mehr in den Prognosen. Ich möchte hier Euren Fokus auf einen vermeintlichen Nebenschauplatz richten, der für Österreich, Deutschland und die Schweiz besonders interessant werden könnte: Nottingham Forrest und dessen neuen Trainer.

Oliver Glasner

Nottingham Forest ist ein englischer Fussballclub mit langer Geschichte, der aber erst seit 2022 – nach mehr als zwanzig Jahren Abwesenheit – wieder in der obersten Liga spielt – und da meist gegen den Abstieg kämpft. Ganz anders präsentiert sich die jüngste Vita ihres neuen Trainers:

2017
übernimmt Oliver Glasner in seiner Heimat den Linzer LASK in der zweiten Liga und führt sie zum Aufstieg – und formt LASK in zwei Jahren zum österreichischen Spitzenteam.
2019
wechselt Glasner zum deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg, wird in der ersten Saison Siebter, bestätigt damit die Qualifikation für das europäische Geschäft. In der zweiten Saison ist es als Vierter die Champions League. Trotzdem verlässt er Wolfsburg, weil er sich mit Sportdirektor Jörg Schmadtke und einigen Spielern überwirft.
2021
gewinnt Glasner mit Eintracht Frankfurt sensationell die Europa League, qualifiziert sich damit für die UEFA Champions League und erreicht da 2022 den Achtelfinal.
2023 verabschiedet sich Glasner mit dem DFB-Pokalfinale, das gegen Leipzig verloren geht.
2024
übernimmt Glasner im Februar Crystal Palace und führt die Mannschaft auf Platz 10 – zum erst zweiten Mal in der ganzen Clubgeschichte.
2025
gewinnt CP den FA-Cup mit einem 1:0-Sieg über Manchester City und den FA Community Shield gegen Liverpool. Es sind die ersten Titel überhaupt für Crystal Palace. Und der erste internationale folgt auf dem Fuss: Der Verein gewinnt
2026
die Conference League.
Nochmals zusammengefasst: Oliver Glasner hat in weniger als zehn Jahren mit vier verschiedenen Vereinen in drei verschiedenen Ländern einen Aufstieg geschafft, zwei Liga-Cup-Wettbewerbe und die Europa-League und die Conference League gewonnen und in allen Fällen die Leistungsbasis der Mannschaften verbessert.

Angesichts dieses Leistungsausweises ist es geradezu absurd, dass Glasner noch immer meist nur bei Experten im Fokus steht. Glasner ist ein selbstbewusster, kantiger, von Vorgesetzten bestimmt nicht einfach zu führender Trainer, der von seinen Vorstellungen und Prinzipien nicht so leicht abzubringen ist. Die Macht- und damit Gestaltungsbefugnisse sind in England für den Trainer, der hier auch Manager genannt wird, meist höher als in anderen Ligen, und es wäre sicher interessant gewesen, den Gesprächen zwischen Clubführung und Kandidat Glasner zu lauschen…

Seine Spieler aus dem DACH-Raum

Dan Ndoye, in der Nationalmannschaft regelmässig sehr auffällig, hat eine sehr durchzogene erste Premier League Saison gespielt, sass zu Spielgbeginn oft auf der Bank, und die Situation wurde für ihn gegen Ende Saison nicht besser. Dann kam die WM in den USA und Kanada – mit erneut sehr überzeugenden Auftritten, unter anderem dem Ausgleichstor im Viertelfinal gegen Argentinien. 42 Mio Euro Ablöse haben sich für Nottingham noch nicht ausgezahlt, aber der neue Trainer scheint mit Ndoye zu planen. Der scheint sich durchbeissen zu wollen. Die Karten werden für alle Spieler neu gemischt, und ich bin gespannt, ob es Glasner gelingt, das Potenzial von Ndoye frei zu legen. Nun, als Spieler würde ich den Trainer Glasner unbedingt kennenlernen wollen.

Neu hinzu gestossen diesen Sommer ist WM-Teilnehmer Xaver Schlager. Der kampfstarke Österreicher kommt von Leipzig. Ihm traue ich es zu, dass er sich auch in der Premier League behaupten kann.

Seit Februar 2026 spielt auch der Deutsche Luca Netz für Nottingham Forest. Er stand in der letzten Rückrunde dreimal in der Startelf, kam viermal von der Bank. Also alles auch ausbaufähig.

Der Start gestern ist nicht gelungen. Nottingham hat zuhause gegen Leeds United durch ein spätes Tor 0:1 verloren. Ndoye stand in der Startelf, wurde nach einer Stunde ausgewechselt, und Schlager und Netz kamen eine Viertelstunde vor Schluss ins Spiel. Es bleibt noch viel Arbeit, und in der kompetitivsten Fussballmeisterschaft der Welt wird rein gar nichts geschenkt. Niemandem. Glasner wird es auch diesmal annehmen – und die Spieler finden, die es ihm gleichtun.

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